05.10.2012

Neue Obmänner für historische Grenzsteine bestellt


Helmut Most und Wolfgang Stoike für Fritzlar-Homberg zuständig

Interessante, geschichtliche Hintergründe eröffnen sich mit den historischen Grenzsteinen, betonte Helmut Most auch im Namen von Wolfgang Stoike, als die beiden Einwohner aus dem Borkener Stadtteil Kleinenglis Ende vergangener Woche zu Gast im Borkener Rathaus waren. Das hatte natürlich seinen Grund. Von der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation wurden Helmut Most und Wolfgang Stoike zu ehrenamtlichen Obmännern für die Erhaltung und Pflege historischer Grenzsteine im Bereich des Altkreises Fritzlar-Homberg bestellt.
„Historische Grenzsteine stellen unwiederbringliche Werte im Heimat- und Geschichtsverständnis dar. Sie verdeutlichen die Beziehungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und vermitteln zwischen Tradition und Fortschritt“ sagte der Leiter des Amtes für Bodenmanagement in Homberg, Dipl.-Ing. Gerhard Rohde bei der Bestellung der neuen Obmänner.
Im Gesindekeller des Borkener Rathauses, vor der Steinplatte die einmal die Quelle des Waldteiches bedeckte, gratulierte Bürgermeister Bernd Heßler den neuen, ehrenamtlichen Obmännern (v.l.) Helmut Most und Wolfgang Stoike. Dipl.-Ing. Gerhard Rohde (3. v.l.),  Leiter des Amtes für Bodenmanagement, hatte sie zuvor per Urkunde und Ausweis ernannt und bestellt.

Digital und GPS
Auch wenn die Pflege und Erhaltung der Grenzsteine sicher eine Nische ist, handelt es sich doch um eine wichtige, ehrenamtliche Tätigkeit, die Traditionen bewahrt. Denn Grenzsteine sind historische Zeugnisse. Mittels GPS werden sie heute vermessen, digital erfasst und fotografiert.
Leider sind jedoch durch Veränderungen in der Landschaft, durch die fortschreitende Technisierung und auch durch private Sammlerleidenschaft solche historischen Grenzsteine stark gefährdet. Es ist daher aus geschichtlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Gründen geboten, diese steinernen Zeitzeugen besonders zu schützen. Eine Grundvorrausetzung hierfür ist zunächst die Erfassung und Inventarisierung solcher interessanten Objekte. Des Weiteren sollen die Bürgerinnen und Bürger aber auch über die Bedeutung informiert und das Bewusstsein für den Schutz und die Erhaltung der historischen Grenzsteine geweckt, bzw. gestärkt werden.
Unterstützung zugesagt
Bürgermeister Bernd Heßler gratulierte den neuen ehrenamtlichen Obmännern zur Bestellung und versprach die Unterstützung der Stadt. „Ich habe heute wieder etwas Wichtiges dazu gelernt. Auch Grenzsteine sind mit ihren Hintergrundinformationen ein Stück Bewahrung von Geschichte.“ Er forderte Helmut Most und Wolfgang Stoike auf, sogenannte Grenzbegänge für die Großgemeinde Borken anzubieten.
Diese Idee griffen die neuen Obmänner gerne auf, denn man wolle gern die Bevölkerung über die Tätigkeiten und Erkenntnisse informieren. „Wir haben in den letzten Monaten bereits 180 historische Grenzsteine gefunden. Dabei einen Stein aus dem Jahr 1535 erfasst, dessen Geschichte heftige Grenzstreitigkeiten zwischen Hessen und  Waldeck wiederspiegelt“, erläuterte Helmut Most. So eröffnen sich interessante, geschichtliche Hintergründe.
Auch heute steht das Entfernen, Versetzen oder Entwenden von Grenzsteinen unter Strafe. Der Verursacher muss mit einer Geldstrafe rechnen. Früher war das anders, berichteten die Obmänner. Der Übeltäter wurde auf dem Feld bis zum Kopf eingegraben. Dann zog ein Pferdegespann mit Feldgerät über den Delinquenten hinweg. Manchmal überlebte er die Strafe.

Eine Auswahl von Grenzsteinen in Hessen.

Quelle: Stadt Borken (Hessen)

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