25.01.2012

Stadt Borken präsentierte einen ganz anderen Neujahrsempfang

Gemeinsam den Herausforderungen stellen

Kunterbunte Frühlingsblumen sorgten für einen frischen Rahmen beim Neujahrsempfang der Stadt Borken, zu dem die Kommune am vergangenen Freitag ins Parkhotel & Restaurant-Bürgerhaus eingeladen hatte. Und es wurde ein ganz anderer Neujahrsempfang als man vielleicht gewohnt war. Musik, Gesang, Plaudereien, Kinder und kurze, knappe Reden bestimmten den Abend.

In bewährter Manier übernahmen die Frauen und Männer der Borkener Bläser die musikalische Eröffnung und traditionell war Stadtverordnetenvorsteher Heinz Meier für die Begrüßung zuständig. So hieß er u.a. Landrat Frank-Martin Neupärtl, die Landtagsabgeordnete Regine Müller und Repräsentanten aus den Nachbarkommunen Bad Zwesten, Fritzlar, Homberg, Neuental und Wabern auf das herzlichste in Borken willkommen.

Borkens Haus- und Stadtkapelle, die Frauen und Männer der
Borkener Bläser eröffneten den Neujahrsempfang am 20. Januar.


Weltgeschehen und Örtlichkeiten
Ein Jahr mit gravierenden Ereignissen sei vergangen, so Stadtverordnetenvorsteher Heinz Meier. Er spannte den Bogen von den politischen Revolutionen in Nordafrika über die gierigen Spekulanten in der Finanzwirtschaft bis hin zum Atomunfall in Japan mit seinen lebensbedrohlichen Auswirkungen. Auf kommunaler Ebene widmete er seine Worte dem 40-jährigen Bestehen der Großgemeinde, den fruchtbaren Kooperationen im Zweckverband Schwalm-Eder-West und in der touristischen Arbeitsgemeinschaft der Erlebnisregion Edersee. Beispielhaft für die zahlreichen Investitionen in die Infrastruktur der Stadt nannte er die Fertigstellung der Kinderkrippe „Borkener Bergzwerge“. Beim Blick nach vorn war Stadtverordnetenvorsteher Heinz Meier davon überzeugt, dass die neuen Einzelhandelsgeschäfte auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei zur Attraktivitätssteigerung der Stadt beitragen werden. Breite Zustimmung und Optimismus löste sein Schlusssatz aus: „Ich bin mir sicher, dass wir alle mit zunehmendem Alter glücklicher werden.“

Petra Nagel und Roland Bless
Als Moderatorin nahm die Journalistin Petra Nagel das Mikrofon in die Hand und führte durch das abwechslungsreiche und mit viel Beifall bedachte Programm. Von der Vorstellung des 1. Borkener Babys bis zum Schlusswort von Bürgermeister Bernd Heßler. Als Überraschungsgast erlebten die rund 350 Gäste im Saal den Sänger und Liedschreiber Roland Bless. Er, der mit der Gruppe „PUR“ weltweite Erfolge feiern konnte, startete im vergangenen Jahr eine Solokarriere. Und so stellte er im Laufe des Abends Titel aus seinem Album „Zurück zu Euch“ vor. Ein ganz sympathischer Musiker, der seine Texte, auch kritische Zeilen, selbst schreibt. Einfühlsam, dann wieder mit Schwung, begleitete er sich selbst auf der Gitarre. Der Neujahrsempfang der Stadt Borken hatte seinen Showblock. Und einen Sänger, der nach der Veranstaltung noch bis nach Mitternacht im Publikum saß und Foto- sowie Autogrammwünsche erfüllte.

1991 bis 2011
Sieben von 21 Borkener Mädchen und Jungen, die bei den Neujahrsempfängen der Jahre 1991 bis 2011 als 1. Borkener Baby begrüßt werden konnten, hatten die Einladung angenommen und plauderten ganz locker über ganz alltägliche Dinge mit Bürgermeister Bernd Heßler und Petra Nagel – Carolin Hellmuth (2008), Edgar Pepke (2006), Sarah Lexa (2004), Leonie Dönch (2003), Paula Tetem (2002), Babette Meyer (2000) und Nils Scheidemann (1999). Alles ganz unkompliziert und so manche Antworten fielen zum Vergnügen der Gäste im Saal. Zum Dank erhielten die Kinder ein Badetuch mit eingesticktem Borken-Logo.

Breit gefächert
Über vergangenes, aktuelles und zukünftiges in der Großgemeinde Borken plauderte man auf der Bühne in einer gut gemischten Talkrunde. Dieter Bartsch, Jörg Fuchs, Ursula Brehm, Sarah Bernhardt und Gerhard Faßhauer wurden von Petra Nagel ins Spiel gebracht und forderten Bürgermeister Bernd Heßler zu Antworten und Stellungnahmen auf. Die Palette umfasste alle Themenbereiche einer Stadt: Nachholbedarf in der Jugendarbeit, Investitionen in Kinderbetreuung und Schulsozialarbeit, Folgen und Auswirkungen des demografischen Wandels, geben und nehmen von Alt und Jung, ehrenamtliches Engagement, Neunutzung des Molkereigeländes, Erweiterung von Freizeitangeboten, Kooperationen mit touristischen Leistungsanbietern, Netzwerken und Infoaustausch, finanziellen Zwängen, Seniorenangebote, Patenschaften zwischen Generationen, ärztliche Versorgung, menschliches Miteinander, Ausbau seniorengerechter Wohnungen, Lust und Spaß am Ehrenamt, Unterstützung von Gemeinschafts- und Privatinitiativen, und, und, und.

Die Besetzung der Talkrunde war ausgewogen. Es war interessant, vielseitig, abwechslungsreich und informativ.

Anspruch und Wirklichkeit
„2012. Geht man die gleichen Wege oder hat man den Mut neue zu gehen?“ So begann Bürgermeister Bernd Heßler sein kurzes, prägnantes und realistisches Schlusswort. Den neuen Herausforderungen will er sich stellen, bei denen Gemeinsamkeit gefragt und Scharmützel fehl am Platz sind. Anspruch und Wirklichkeit werden das Handeln bestimmen. Sparzwänge werden die Richtung vorgeben. Die Stadt Borken sollte unter den finanziellen Schutzschirm des Landes kommen. Mit dem Ziel, die Belastung der Kassenkredite abzugeben. „Unsere Verpflichtung lautet einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren. So gilt es die Ausgaben zu senken und die Einnahmen zu erhöhen“, machte Bürgermeister Bernd Heßler deutlich.

Aufgabenschwerpunkte der kommenden Monate und Jahre waren für ihn Investitionen in erneuerbare Energien wie Wasserkraft und Sonnenenergie, neue Chancen und Entwicklungen im Industriepark und in den Gewerbegebieten, Investitionen zur Attraktivitätssteigerung im Borkener Seenland sowie die Entwicklung von Borken in Richtung des entstehenden Gombether Sees mit Nutzungsoptimierung des Bahnhofsgeländes.

„Viel Arbeit kommt auf uns zu, in allen Stadtteilen und auf vielen Ebenen. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung, die Unterstützung durch unsere Bürgerinnen und Bürger, unserer Partner und Freunde. Die Zeit des Kirchturmdenkens ist endgültig vorbei. Es ist Zeit etwas für die Region zu tun“, stellte Bürgermeister Bernd Heßler fest.

Mit der Nationalhymne, gesungen von Rektor Jörg Fuchs mit den Gästen im Saal als Chor, endete der Neujahrsempfang 2012 der Stadt Borken.

Stadtverordnetenvorsteher Heinz Meier wagte in seiner Begrüßung die Prognose, dass alle mit zunehmendem Alter glücklicher werden.

Petra Nagel überließ es Roland Bless sich und sein Leben vorzustellen. Er überzeugte nicht nur mit Worten, sondern im Verlauf des Neujahrsempfangs auch mit seinen Liedern aus seiner ersten CD „Zurück zu Euch“.

Sieben von 21 der ehemaligen 1. Borkener Babys. Lockere Plauderei mit pfiffigen Antworten gaben die Jungen und Mädchen auf die Fragen von Petra Nagel und Bürgermeister Bernd Heßler.

Ursula Brehm, Sarah Bernhardt, Petra Nagel, Gerhard Faßhauer, Dieter Bartsch, Bürgermeister Bernd Heßler und Jörg Fuchs sorgten für eine lockere, informative Gesprächsrunde mit reichlich viel Themen zum Ist-Zustand und zu Erwartungen an die Stadt Borken.

Rund 350 Gäste waren der Einladung zum Neujahrsempfang der
Stadt Borken am vergangenen Freitag gefolgt.

Mit dem Blick auf den engen finanziellen Rahmen der Stadt, sprach Bürgermeister Bernd Heßler von neuen Chancen, die jede Krise bietet. Dabei wird ein Weg zu gehen sein, der auch so manche unpopuläre Entscheidung fordert.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare mit Beleidigungen, jugendgefährdeten Inhalten und dergleichen, werden gelöscht. Konstruktive Meinungen jederzeit willkommen!