16.11.2011

Rückblick Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz bekämpfen Kranzniederlegung zum Gedenken der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus
Vertreter der Kommune, der örtlichen Kirchen und der Schule trafen sich am frühen Abend des 9. November zur Kranzniederlegung an der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in der Hintergasse. Groß war auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die sich mit ihren Beiträgen an der Gedenkstunde beteiligten. Einige trugen Kerzen in ihren Händen, während andere mit Zeilen aus der Zeitgeschichte die Tage des November 1938 zu Gehör und in Erinnerung brachten. Dabei kam auch die Schändung der jüdischen Synagoge zur Sprache, ebenso wie die jüdische Geschichte und das jüdische Leben in der Stadt. Denn es war der 73. Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Hunderttausende Menschen jüdischen Glaubens wurden in Deutschland ermordet, Synagogen zerstört, Geschäfte verwüstet. Die „Reichskristallnacht“ – so nannten die Nazis die Pogrome – markierte den Übergang von der Diskriminierung zur systematischen Verfolgung der europäischen Juden.


Menschen unterschiedlichen Alters nahmen an der Gedenkstunde zur Pogromnacht vom 9. November 1938 teil. Die Zeiten eines regen jüdischen Lebens in Borken riefen Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule ins Gedächtnis.

Stadtverordnetenvorsteher Heinz Meier sprach von einem offenen, staatlichen Terror gegen deutsche Mitbürger jüdischen Glaubens. Deshalb sei es Ziel der Gedenkstunde, die Ereignisse wach zu halten und gerade die jungen Menschen auf diese Zeitreise mitzunehmen. „Wir sind es den Opfern schuldig, dass es vergleichbares nicht mehr geben darf. Es gilt Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zu bekämpfen.“ Er forderte und mahnte eindringlich für Respekt, Anstand, Achtung und Menschenrechte einzutreten.

Mit anschaulichen Worten entführte Pfarrerin Angela Lehmann in den dunklen Abend des 9. November 1938. Sie rief auf für ein mehr an Miteinander und Rücksichtnahme. "Gott stärke uns in der Nacht vor dem Vergessen"


Kranzniederlegung an der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in der Borkener Hintergasse (v.l.: Gemeindereferent Timo Sachs, Erster Stadtrat Friedhelm Knigge, Stadtverordnetenvorsteher Heinz Meier, Pfarrer Matthias Kämpfer, Pastor Bernd Hensel, Pfarrerin Angela Lehmann).

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